13 Fragen und Antworten zum Buchhandel
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Buchhandlung und einer Bücherei?
In einer Buchhandlung kann man Bücher kaufen. Eine Bücherei verleiht Bücher und man muss sie nach Ablauf der Leihfrist wieder zurückbringen. „Buchladen“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Buchhandlung.
Kann man in einer Buchhandlung Bücher auch nur zur Ansicht bestellen?
Der Buchhändler ihres Vertrauens wird Ihnen auf Anfrage sicherlich ein Buch zur Ansicht bestellen. Das wird er gerne für sie tun, wenn sie als Kunde bekannt sind. Bedenken Sie dabei aber, dass dem Buchhändler dabei auf jeden Fall (Porto-)Kosten entstehen. Fragen Sie Ihren Buchhändler immer vor der Bestellung, denn nicht bei jedem Lieferanten oder Titel ist eine Ansichtslieferung möglich.
Kann man in einer Buchhandlung Bücher umtauschen?
Ihr freundlicher Buchhändler wird Ihnen sicherlich ein bei ihm kürzlich gekauftes Buch umtauschen. Bei Amazon erworbene Bücher tauschen Sie bitte bei Amazon um.
Bewahren Sie deshalb als Kaufnachweis den Kassenbon oder die Rechnung gut auf. Bedenken Sie aber, das der Umtausch eine freiwillige Leistung ist und der Händler dazu nicht gesetzlich verpflichtet ist. Sie sollten Verständnis dafür haben, wenn Bücher mit deutlichen Gebrauchsspuren nicht umgetauscht werden, denn ein beschädigtes Buch kann der Buchhändler nicht mehr erneut verkaufen und auch nicht seinerseits umtauschen. Selbstverständlich tauschen Buchhandlungen bei ihnen erworbene Bücher um, die – etwa aufgrund fehlerhafter Verarbeitung oder Fehldruck – sich erst auf den zweiten Blick als beschädigt erweisen.
Wer bezahlt das Ladenlokal, in dem eine Buchhandlung ansässig ist?
Buchhandlungen sind privat geführte Unternehmen, die – abgesehen von der Buchpreisbindung – allen Regeln der freien Marktwirtschaft unterliegen. Eine Buchhandlung muss ihr Ladenlokal also selbst anmieten und durch ihre Einnahmen bezahlen. Sie erhält dafür keine Zuschüsse vom Staat oder von Buchverlagen.
Wer bezahlt die Mitarbeiter in einer Buchhandlung?
Buchhandlungen sind privat geführte Unternehmen, die – abgesehen von der Buchpreisbindung – allen Regeln der freien Marktwirtschaft unterliegen. Eine Buchhandlung muss ihre Mitarbeiter selbst einstellen und durch ihre Einnahmen bezahlen. Sie erhält dafür keine Zuschüsse vom Staat oder von Verlagen.
Woher kommen die Bücher in einer Buchhandlung?
Buchhandlungen kaufen Bücher zum Teil bei Großhändlern und zum Teil direkt bei den Verlagen ein. Die Großhandlungen in Deutschland sorgen durch ein ausgefeiltes Logistiknetz dafür, dass im Laden bestellte Bücher bereits am Tag nach dem Bestelleingang beim Händler erhältlich sind. Verlage bieten dem Buchhändler günstigere Einkaufspreise als Großhandlungen, der Nachteil allerdings ist, dass die Lieferzeiten meistens (wesentlich) länger sind.
Kaufen Buchhandlungen ihre Bücher bei Amazon ein?
Nein. Das wäre in etwa so, wie wenn eine Bäckerei ihre Brötchen bei einer anderen Bäckerei einkauft.
Können Buchhandlungen nicht verkaufte Bücher wieder zurückgeben?
Teilweise erlauben Verlage, eine kleine Quote nicht verkaufter Bücher nach einer gewissen Zeitspanne zu remittieren. Das bedeutet, dass der Buchhändler die Ware zurücksenden kann und einen Teil (!) seines Einkaufspreises zurückerstattet bekommt.
Wem gehören die Bücher in einer Buchhandlung?
Alle Bücher, die Sie in einer Buchhandlung auswählen können, sind vom jeweiligen Buchhändler vorab gekauft und bezahlt. Verlage geben dem Buchhandel im Regelfall keine Ware in Kommission. Die Buchhandlung muss ihre vorrätige Ware also nicht etwa erst dann bezahlen, wenn ein Buch einen Käufer gefunden hat.
Sind Bücher bei Amazon billiger?
Amazon kann und darf Bücher in/aus Deutschland nicht billiger anbieten, weil es die gesetzlich verankerte Buchpreisbindung gibt. Die Buchpreisbindung schreibt den Verlagen vor, für jedes Buch einen unveränderbaren Preis festzusetzen und bekanntzumachen, der dann für alle Wiederverkäufer (etwa Buchhandlungen) verbindlich ist, also weder unter- noch überschritten werden darf. Dies gilt nicht für antiquarische (auslaufende) Buchtitel, bei denen die Buchpreisbindung aufgehoben ist und auch nicht für fremdsprachige, importierte Bücher. Hier darf jeder Händler den Preis selbst festsetzen.
Ist die Buchpreisbindung nicht überholt?
Die Buchpreisbindung ist ein Eingriff in die freie Marktwirtschaft wird vor allem damit begründet, dass dem Buch als Kulturgut eine Sonderstellung zukommt. Gesetze zur Buchpreisbindung bestehen derzeit in elf EU-Staaten, darunter Deutschland und Österreich. Durch eine Buchpreisbindung sinkt der Preiswettbewerb, womit auch kleinere Händler mit ungünstigen Kostenstrukturen am Markt eine Chance haben. Die Buchpreisbindung soll ein vielfältiges Buchangebot, Beratungsleistung sowie eine flächendeckende Versorgung durch kleinere, stationäre Buchhandlungen gewährleisten. Die Preisbindung trägt auch dazu bei, dass der Markt nicht von nur wenigen Großunternehmen beherrscht wird. Die Buchpreisbindung kann auch dazu beitragen, dass Verlage Buchtitel auf den Markt bringen, die ohne Buchpreisbindung entweder – aufgrund zu erwartender, geringer Nachfrage – sehr teuer wären, oder aber gar erst gar nicht produziert würden. Die Preisbindung sorgt somit indirekt für mehr Vielfalt auf dem Markt.
Wie unterscheidet sich eine Buchhandlung von einem (Buch-)verlag?
Ein Verlag ist ein Medienunternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft produziert, vervielfältigt und verbreitet. Der Verkauf kann über den Handel – wie etwa dem Buchhandel – oder durch den Verlag selbst erfolgen. Buchhandlungen bieten im Regelfall eine Auswahl von Buchtiteln verschiedener Verlagsunternehmen an. Die Auswahl erfolgt durch die Buchhändler, die aufgrund ihrer Erfahrung und Marktkenntnis einschätzen können, welche Buchtitel im Ladengeschäft gefragt sein werden. Die Kunden in der Buchhandlung können auch Titel bestellen, die nicht im Ladengeschäft vorrätig sind.
Dürfen Buchhandlungen auch selbst Bücher produzieren?
Das grundgesetzlich festgeschriebene Recht auf freie Meinungsäußerung erlaubt es jedem Bürger in Deutschland, selbst Texte zu verfassen und zu veröffentlichen. Wenn eine Buchhandlung Bücher produziert, erweitert sie ihr Geschäftsgebiet und wird zum Verlag.
© Folker Lück, tellyou redaktionsbüro